Jugendliche Zukunftsprognosen für Hamburg

24.02.2019

Seit September 2018 haben Schüler aus allen sieben Hamburger Stadtbezirken in einer breit angelegten Forschungsarbeit zur Zukunft Hamburgs die Graffiti der Stadt eingelesen und das gesammelte Material als Menetekel gedeutet. Mit der Franz-von-Assisi-Schule Barmbek, der Katholischen Bonifatiusschule Wilhelmsburg, dem Harburger Niels-Stensen-Gymnasium und der Sophie-Barat-Schule Rotherbaum sind vier katholische Schulen sowie zudem vier staatliche Schulen an diesem Projekt von Ron Zimmering mit dem Deutschen SchauSpielHaus beteiligt.

Auf der Pressekonferenz im Deutschen SchauSpielHaus stellten die Schüler jetzt die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten vor. Ihre Prognosen lassen vermuten, dass die Stadt Hamburg schon in naher Zukunft vor mehreren, sich zum Teil überlagernden Problemfeldern steht. Neben einer steigenden Zahl an Antibiotika-Resistenzen, dramatischen Folgen des Klimawandels für den Hamburger Süden, sozialen Unruhen und einer Gefährdung der Demokratie durch die zunehmende Digitalisierung lasen die Jugendlichen aus den Graffiti der Stadt auch eine steigende atomare Gefahrenlage sowie die Gefährdung der europäischen Einigung durch die Rückkehr des Nationalismus. „Wir sind in alle Himmelsrichtungen ausgeschwärmt, um möglichst viele Graffiti einzulesen und eine Schnittmenge an Deutungen zu präsentieren“, erklärte Anneke Wolf, Schülerin des Harburger Niels-Stensen-Gymnasium und ergänzte: „Aber an manchen Schulen war schon das erste Graffiti so alarmierend, dass wir uns damit auch gleich ausführlich beschäftigt haben“.

Alarmiert von diesen Befunden und mit dem Ziel einer Lösungsfindung haben die Stadtteilschüler und Gymnasiasten zu einem fachübergreifenden futurologischen Kongress vom 24. – 26. Mai 2019 in das Deutsche SchauSpielHaus eingeladen, wo sie ihre Prognosen mit Experten der verschiedenen Themenfelder diskutieren werden. Zu den Kooperationspartnern dieses Kongresses gehören das Kulturforum21 der katholischen Schulen, die Deutsche Gesellschaft des Club of Rome sowie das World Future Council. Mit einem Appell richteten sich die Schüler am Ende der Pressekonferenz an die Hamburger Gesellschaft: „Wir bitten alle Hamburger Geschäftsleute, Immobilienbesitzer, Hausmeister und die Stadt Hamburg, mit dem teuren Vandalismus der Graffitibeseitigung aufzuhören. Fotografieren sie neue und auffällige Menetekel und lassen sie uns diese zur Deutung zukommen. Wir können Zeichen deuten!

Link zum Download der Pressefotos und Pressemappe mit der Herleitung aller Menetekel

 

Dr. Bettina Knauer

Projekt- und Programmleitung

Kulturforum21 der Schulen im Erzbistum Hamburg


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